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Die Landschaft im Wandel

Naturlandschaft

Kulturlandschaft

Stadtlandschaft

Periphere Landschaft


Landschaftswandel

Naturlandschaft

"Naturlandschaften" sind Landschaften, die ausschließlich oder überwiegend von Natur geprägt sind. Landschaften also, die gar nicht oder nur sehr gering durch menschliches Handeln beeinflusst sind.
Bis oder ab wann eine Landschaft eine "Naturlandschaft" ist, ist schwer definierbar, da es keine eine ´┐Żbereinstimmung darüber gibt, bis oder ab welchem Grad der menschlichen Beeinflussung man noch oder bereits von "Naturlandschaft" sprechen kann oder darf.

Daher ist es nicht sicher, ob es Naturlandschaften überhaupt noch gibt, da der Mensch inzwischen in die hintersten Winkel vorgedrungen ist und sein Handel längst globalen Maßstab erreicht hat.
"Natur" bleibt dennoch immer Teil der Landschaft. Auch in Landschaften, die sehr stark durch menschliches Handeln geprägt sind. Die "Natur" ist überall und immer präsent und erobert bei nachlassender menschlicher Aktivität Gebiete zurück.

Der Begriff "Natur" steht allgemein für das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Natur ist somit das Gegenteil von Kultur. Der Begriff "Natur" wird auch gerne als Bezeichnung für das Ursprüngliche oder das Reinen verwendet. Natur steht dann für das Heilige auf kultischer Ebene.

Die Frage, ob der Mensch Teil der Natur ist oder nicht, ist ungeklärt. Wird der Mensch als Teil der Natur angesehen, gehören seine Eingriffe in die Natur auch zu der Natur, so dass man von einer Naturlandschaft sprechen könnte. Wird der Mensch nicht als Teil der Natur angesehen, so steht er mit seinen Eingriffen in die Natur außerhalb dieser und man redet von Kulturlandschaft. Letzteres entspricht der aktuellen Lehrmeinung.


Kulturlandschaft

Es existieren viele Definitionen zum Begriff "Kulturlandschaft", da unter anderem die Grenze zwischen "Kulturlandschaft" und "Naturlandschaft" nicht klar definiert ist. Es ist also unklar, wie intensiv oder umfangreich der menschliche Eingriff sein muss, um von "Kulturlandschaft" reden zu können, oder der Einfluss sein darf, um noch von "Naturlandschaft" sprechen zu dürfen.

Generell meint der Begriff "Kulturlandschaft", eine Landschaft, die aus der natürlich vorhandenen Landschaft und den darin stattfindenden menschlichen Tätigkeiten besteht. Kulturlandschaft ist somit die Interaktion von Mensch beziehungsweise Kultur mit der Natur; ein Gefüge menschgemachter Räume auf der Grundlage natürlicher Gegebenheiten.

Der Begriff "Kulturlandschaft" umfasst ein breites Spektrum von extensiv genutzten Landschaften (Berglandschaften, Wüstengebiete etc.) bis hin zu weitläufigen Siedlungen oder komplexen Stadtlandschaften, in denen die Natur beschränkt oder durch künstlich angelegte Garten- und Parklandschaften ersetzt wird.
Eine "Kulturlandschaft" kann somit jede Landschaft sein, die durch, wenn auch noch so geringe, kaum ersichtliche, oder noch so extreme, einschneidende menschliche Aktivitäten gekennzeichnet ist.

Manche aber reden nur dann von "Kulturlandschaft", wenn die menschlichen Aktivitäten eine eigene, klar zu einer "Naturlandschaft" unterscheidbare, Landschaft geformt haben. Ist diese Unterscheidung zum Beispiel bei naturähnlichen Landschaften, die aber künstlich entstanden sind, nicht möglich, würde dann eher von "Naturlandschaften" anstatt von "Kulturlandschaften" gesprochen werden.

Wieder andere sehen "Kulturlandschaft" als die vorindustrielle Landschaft des vorletzten Jahrhunderts an, wo die jahrhundertlang gleichbleibenden menschlichen Aktivitäten einmalige und besondere Landschaften hervorgebracht haben, wie zum Beispiel die Polderlandschaften der Niederlande mit den Windmühlen, die Weinbergslandschaften Südeuropas mit ihren Rebstockhängen oder die Burgenlandschaften Mitteldeutschlands mit ihren Schlössern und Burgen. Die seit der Industrialisierung einsetzenden Veränderungen der Landschaft würden dann als einen Verlust von "Kulturlandschaft" wahrgenommen werden.
Kulturlandschaften werden aber auch als Zeugen der Evolution der menschlichen Gesellschaft gesehen, was bedeutet, dass sie veränderlich und nicht feststehend sind.


Stadtlandschaft

Da Landschaft unbegrenzt ist und alle Erscheinungsformen, ob natürliche oder künstliche, einschließt, sind auch Städte oder Siedlungen Landschaften oder Teile von Landschaften.

Der Begriff "Stadtlandschaft" bezeichnet eine mengenmäßig große Ansammlung von Bauwerken, eine Stadt oder eine Siedlung oder das Konglomerat mehrerer Städte oder Siedlungen, welche aus einem Geflecht unterschiedlich gestalteter und nutzbarer Gebäude und Freiräume bestehen.
"Stadtlandschaften" zeichnen sich quantitativ durch Verstädterung und qualitativ durch Urbanität aus.

In vorindustriellen Zeiten hätte der Begriff "Stadtlandschaft" als Gegensatz zu der außerhalb der Städte existierenden "Naturlandschaft" gestanden. Damals gab es noch eine klare Trennung zwischen Stadt und Landschaft - Stadt und Land standen "mit dem Rücken zu einander". Heute sind Stadt und Land, also "Stadtlandschaft" und "Naturlandschaft", zu einer "Stadtlandschaft" zusammengewachsen.


Periphere Landschaft

In den letzten Jahrzehnten erfolgte durch Individualisierung, Globalisierung und Industrialisierung eine Angleichung von Stadt und Land. Die ehemaligen Pole Stadt und Landschaft schmolzen nach und nach ab und flossen zu einer Einheit zusammen. Dort wo diese einstigen Pole sich nun verschmelzen, am Rande der Stadt, am Übergang zur Landschaft, entsteht ein neuer peripherer Raum - eine "Periphere Landschaft", eine große städtische Agglomeration, welche die unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse nach Wohnen, Arbeiten, Freizeit oder Erlebnissen bedient. Dabei hinterlässt die Größe, Geschwindigkeit und Intensität dieses Transformationsprozesses einen dauerhaften Abdruck auf der Landschaft.

Der Landschaftsforscher John Brinckerhoff Jackson und die Stadtplaner Rolf Peter Sieferle und Thomas Sieverts versuchten neue, passendere Namen für diese Landschaft zu finden, wie "Landschaft Drei", "Totale Landschaft" oder "Zwischenstadt".
Jene Suche nach neuen Landschaftsbegriffen bezeugt die Unsicherheit, die im Ungang mit diesem neuen Typ Landschaft besteht: Was ist diese Landschaft? Was macht sie aus? Wie nennen wir sie? Und wie gehen wir mit ihr um?

Es lässt sich feststellen, dass für einen Großteil der Landschaften die herkömmlichen Begriffe und Definitionen nicht mehr gelten. Es bedarf einer kulturellen Erneuerung darüber, was Landschaft ist. Anstatt dabei dem Reflex nach alt bewährten Bildern und Begriffen nachzugeben, gibt uns die "Periphere Landschaft" die Freiheit zur Neuinterpretation von Landschaft(en).

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siehe auch:

www.stiftung-naturlandschaft.de (Stiftung Naturlandschaft des BUND Niedersachsen)

www.zs-l.de (Zukunftsstiftung Landwirtschaft)

www.liebe-deine-stadt.de (Internetseite zum Thema Stadt)

www.suburbanisation-sucks.de (ein paar Worte zur Suburbanisierung)



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