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Die Profession Landschaftsarchitektur

Profession Die Berufsaufgabe der Landschaftsarchitekten wird als eine gestaltende, technische, wirtschaftliche, soziale und ökologische Planung definiert.

Anders als der Name andeutet, ist Landschaftsarchitektur eine Disziplin für die Stadt, denn sie organisiert und gestaltet vor allem die "Nutzungsansprüche an das ‘Draußen‘ für die Städter, die keinen eigenen Garten haben". (Jürgen Weidinger, In: Vor der Tür, 1997, S. 76)
Landschaftsarchitekten sind somit "Grünanwälte" oder Vertreter der "Landschaft".
Ein Landschaftsarchitekt ist die Ergänzung zum Hochbauarchitekten und vielleicht das Gegenteil zum Innenarchitekten, ein "Außenarchitekt" also, der anstatt das Drinnen das Draußen entwirft und plant: Landschaftsarchitekten entwickeln übergeordnete Konzepte für die Raum-, Regional- und Stadtplanung, sie gestalten und planen die Landschaft, sowie größere öffentliche und private Objekte, z.B. Park- und Sportanlagen. (berufenet.arbeitsamt.de)

Wesentliche Traditionen der Landschaftsarchitektur sind die naturwissenschaftliche Tradition und die Gartenarchitektur als ästhetische Tradition. Beide Traditionen finden sich unterschiedlich ausgeprägt in den zwei großen planerischen Aufgabenfeldern der Landschaftsarchitektur, der Landschaftsplanung und der Freiraumplanung, wieder.

Die Landschaftsplanung ist hauptsächlich in einer naturwissenschaftlichen und sozio-ökologischen Tradition verankert. Landschaftsplanung ist die "übergeordnete Organisation und Implementation von anthropogenen und nichtanthropogenen Nutzungen und Funktionen in Ausschnitten von Landschaft auf der Basis von Planung." (Stefan Bernard / Philipp Sattler, In: Vor der Tür, 1997, S. 103)
Sie ist ein vorsorgeorientiertes Planungsinstrument, welches mit einem ganzheitlichen und flächendeckenden Ansatz den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von Natur und Landschaft verfolgt. Sie bezieht sich auf die unbesiedelte und besiedelte Landschaft. In der Landschaftsplanung geht es um "großräumige Landschaftssanierungen, um Konversion und Dekontamination von ehemals militärisch genutzten Landschaften, um Revitalisierung von Industrie- und Siedlungsbrachen, um die Planung und Umsetzung von Naturschutzprogrammen", wie Biotopkonzepten, Studien zur Umweltverträglichkeit von Planungen und Programmen oder um Konzepte für land- und forstwirtschaftliche Extensivierungen oder Erholungsplanungen. (Stefan Bernard / Philipp Sattler, Ebd.)
Im Gegensatz zur Freiraumplanung entwirft und baut Landschaftsplanung nicht, sondern sie plant und managt. Der Freiraumplaner ist daher eher der Architekt bzw. Designer und der Landschaftsplaner der "wissenschaftliche Manager" oder "Anwalt" der Natur und Landschaft (auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes).
Die Freiraumplanung steht hauptsächlich in der ästhetischen Tradition der Gartenarchitektur. Die Arbeitsweise gleicht hier der des Architekten, wo nach der Grundlagenermittlung die Entwürfe für Parkanlagen, Grünflächen, Fußgängerzonen, Stadien, Gartenschauen, Freibäder oder andere Freiräume erarbeitet und abgestimmt werden.

Die Arbeit des Landschaftsarchitekten erfordert ein hohes Maß an Kommunikation und an enger Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Fachdisziplinen, wie Architekten, Stadtplanern oder Biologen und politischen Entscheidungsträgern bei Gemeinden und Ministerien.
Das Arbeitspektrum der Landschaftsarchitekten ist sehr vielseitig, somit sind Landschaftsarchitekten keine Spezialisten sondern Generalisten, die von allen Dingen etwas verstehen. Weil Landschaftsarchitekten kein ureigenes Fachgebiet vorweisen können, kommt es dazu, dass sie latent herabgesetzt werden. Nie können sie die alleinigen Spezialisten sein, sondern immer sind sie auf das Wissen Anderer angewiesen.

Die Profession Landschaftsarchitektur kann kaum eigene theoretische Hintergründe oder wissenschaftliche Sichtweisen vorweisen. Sie bedient sich entweder bei der Städtebau- oder Architekturtheorie, bei den Sozial- oder Naturwissenschaften oder bei ihrer gartenhistorischen Vergangenheit.
Dies bringt Akzeptanzprobleme für die Profession mit sich, was sich schon bei der Ausbildung an den Fachhochschulen oder Universitäten bemerkbar macht, da die Universität schlechthin "der Hort der Objektivität des Denkens" ist. "Vor diesem Hintergrund sind alle Fächer, die nicht dem experimentellen erfahrungswissenschaftlichen Ideal genügen, per se latent diskriminiert. [...] Angesichts dieses Trends [...] gelten [Landschaftsarchitekten] als unzeitgemäß, weil immer noch keine Umweltschützer und als unwissenschaftlich, weil immer noch ‘Entwerfer‘." (Ulrich Eisel, In: Vor der Tür, 1997, S. 17)

Zum Schluss noch die Bemerkung von Christine Dalnoky und Michel Desvigne (In: Inszenierte Naturen, 2001), dass landschaftsarchitektonische "Interventionen [in keinem Fall] globale Bedeutung oder gar eine heilende Aufgabe [haben]. Weder bestimmen noch kontrollieren wir die Zukunft der Landschaft. Irgendwie sind wir wie ein Anstreicher, der nur einen Eimer Farbe hat, um ein zehnstöckiges Haus zu streichen. Unter solchen Umständen wäre es hoffnungslos und falsch, das ganze Hochhaus streichen zu wollen. Also muss der Eimer Farbe anders eingesetzt werden."

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siehe auch:

www.bmwi.bund.de/freie-berufe (Bundesministerium für Wirtschaft für Freie Berufe in Deutschland)

www.arch.tu-dresden.de (Technische Universität Dresden, Institut für Landschaftsarchitektur)

www.tu-berlin.de/landschaftsplanung (Technische Universität Berlin, Studiengang Landschaftsplanung)

www.landschaft.uni-hannover.de (Technische Universität Hannover, Fakultät Architektur und Landschaft, Fachgruppe Landschaft)

www.arch.tu-muenchen.de (Technische Universität München, Fakultät Architektur)

Übersicht über die Landschaftsarchitekturausbildung in Europa (Stand Februar 2005, PDF 105 KB)



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